Matthäus Loder – Der Gegensatz zwischen Arm und Reich,Gouache, signiert. Um 1810


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Matthäus Loder – Der Gegensatz zwischen Arm und Reich, Gouache, signiert. Um 1810



Matthäus Loder, Der Gegensatz zwischen arm und reich. Um 1810. Eine junge Magd mit Sense, vor einem
Bauernhof und neben zwei Ziegen, trägt Ihr hoch aufgestelltes Heu, während gegenüber eine reich gekleidete
Dame von Ihrem (Balkon?) aus in die Ferne Blickt, flankiert von zwei sich  betrachtenden Pfauen. Feder,
Pinsel und Stift auf Papier. Rechte untere Ecke signiert, Rückseitig nochmals signiert, sowie zwei alte
Sammlerstempel in rot: Carpentier, Wien (rechts) und ein Davidstern (links). Feines und typisches Aquarell
des sozialkritisch eingestellten Loder.

The contrast between rich and poor. Fine and typical watercolor of the socially critical Austrian painter
Matthäus Loder.

Größe der Darstellung 19,5 x 12,5 cm Rahmengröße: 41 x 31 cm.

Matthäus (Matthias) Loder (* 31. Mai 1781 in Wien; † 16. September 1828 in Vordernberg, Steiermark) war ein österreichischer
Maler der Biedermeier–Epoche und Kammermaler Erzherzog Johann (1782–1859).

Matthäus Loder war Sohn des Tapezierers und Sattlers Anton Loder und dessen Frau Maria. Schon in der Schulzeit wurde sein
Zeichentalent erkannt, so dass er mit 13 Jahren an der Akademie der bildenden Künste Wien aufgenommen wurde. Er studierte
 bei Hubert Maurer (Professor der historischen Zeichnungsgründe), bei Johann Baptist von Lampi dem Älteren (1751–1830) und
Heinrich Friedrich Füger (1751–1818). Zunächst faszinierte ihn die Blumenmalerei, dann wandte er sich der Architektur-,
Landschafts- und Historienmalerei zu und erhielt 1810 ein ausgezeichnetes Abgangszeugnis als Historienmaler.

Mit seinem Kollegen Karl Ruß (1779–1843, später Kammermaler von Erzherzog Johann) von der Akademie unternahm er
Studienreisen auf den Schneeberg (wo etwa "Burg Wartenstein" um 1804 entstand), in die Obersteiermark und in das Salzkammergut.
Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, illustrierte er Almanache, Taschenbücher, Visiten- und Neujahrskarten, auch die
beliebten mechanischen Zugbillets oder Spielkarten. Von Heinrich Friedrich Müller wurde 1811 "Der Goldritter" mit 13 kolorierten
Spielkarten herausgegeben, die durch ihre gestalterische Sorgfalt in Details der Kleidung, Rüstungen und des Zaumzeugs
auffielen. Loder illustrierte auch Bücher und schuf etwa die sechs Titelblätter zu Johann Gottfried Herders "Sämmtlichen
Werken", die 1813 in Wien bei Haas verlegt wurden.

Wegen seines guten Rufs wurde er zum Zeichenlehrer für Erzherzogin Marie- Louise (1791–1847) bestellt, die ihn 1816 nach
Parma holte. Dort erkrankte er an Tuberkulose, weshalb er wieder nach Wien in die Mariahilferstraße 43 ging, wo auch sein
Studienkollege Anton Petter und der Graveur John lebten. Loder dürfte schon 1817 wieder in Leoben und im Liesingtal gearbeitet
haben.

Loder porträtierte einflussreiche Bürger wie den Bürgermeister von Leoben (vor 1814) und den Kreishauptmann von Bruck
(zwischen 1811–1815). Als der Kammermaler und ehemalige Studienkollege Ruß seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen
konnte, engagierte Erzherzog Johann Loder 1818 als Kammermaler und nahm ihn daraufhin auf seine Wanderungen in die
Steiermark und durch Salzburg mit. Loder hatte die Aufgabe, die Landschaft, die bäuerliche Bevölkerung in deren Trachten und
die Arbeitswelt, wie die Eisenindustrie am steirischen Erzberg, in Eisenerz, Vordernberg, Gußwerk und Kalwang, bildlich
festzuhalten. Manche der Blätter wurden in Konrad Mautners und Viktor Gerambs "Steirisches Trachtenbuch" aufgenommen.

Loder malte auch humoristische Szenen, zeichnete für Wiener Verleger Karikaturen (etwa das Porträt des Miniaturenmalers
Adamek, um 1818), lieferte wieder Vorlagen für zwanzig Spielkarten der "Bunten Gesellschaft" und 1818 für die "Zerrbilder
menschlicher Thorheiten und Schwächen" (Wien: Ludwig), die auf Ablehnung stießen. Die Darstellungen von Kostümen aus
der Monarchie oder von zwölf Brautpaaren aus dem In- und Ausland in zwei Kartenspielen fanden dagegen Anerkennung.

Häufig malte Loder die Gegend um Gastein, wohin er Erzherzog Johann bei dessen Kuraufenthalten begleitete. Vor allem aber
dokumentierte er die Begegnungen des Erzherzogs mit dessen späterer Frau Anna Plochl (1804–1884) als deren vertrauter Begleiter.
Die für Erzherzog Johann gemalten und gesammelten Bilder kamen in den Besitz der Grafen von Meran.

Erzherzog Johann bezahlte jede Arbeit von Loder einzeln, unterschiedlich nach Größe und geschätzter Qualität, wohingegen der
Kammermaler Jakob Gauermann (1773–1843) eine pauschale Summe von 200 Gulden pro Monat erhielt, was zu einer gewissen
Rivalität zwischen den Künstlern führte.

Loder heiratete am 22. November 1807 Aloysia geb. Walcher; die Ehe blieb kinderlos.

1823 verlegte Loder seinen Wohnsitz nach Vordernberg (Steiermark), wo er an chronischer Tuberkulose verstarb und auch begraben wurde.

Vergleiche: Koschatzky, Walter: Erzherzog Johann. Die Kammermaler.

Erhaltung: Sehr gut erhalten.
          570.- €


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